
Was ist überhaupt eine Feuchtigkeitssperre, und welche Arten gibt es? Warum fehlen sie in Altbauten, und wie lassen sie sich nachrüsten? Alles erklärt für Leverkusen.
Von Hubert Jansen · unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung
Inhalt
| Typ | Stoppt | Kosten Leverkusen | Nachrüstbar? |
|---|---|---|---|
| Horizontalsperre | Aufsteigende Kapillarfeuchte | 80–200 €/lfm | Ja (Injektion, Mauersäge) |
| Vertikalsperre | Seitlich eindringendes Wasser | 800–1.500 €/lfm | Ja (Außenabdichtung) |
| Kapillarsperre | Feuchtigkeitstransport in Baustoffen | 20–50 €/m² | Ja (Hydrophobierung) |
| Bodensperre | Aufsteigende Bodenfeuchte | 60–250 €/m² | Ja (Dichtschlämme, KMB) |
In Leverkusen sind besonders die Stadtteile Wiesdorf, Rheindorf, Hitdorf und Opladen-Rheinnähe von fehlenden oder defekten Feuchtigkeitssperren betroffen. Grundwasser durch Rhein-Nähe in Rheindorf und Hitdorf. Rhein-Hochwasser tritt in Hitdorf regelmäßig auf.
Leverkusen entstand um die Bayer-Werke — viele Arbeiterwohnungen wurden um 1910–1930 ohne heutige Abdichtungsstandards gebaut. Der Rheinarm bei Hitdorf tritt statistisch alle 3–5 Jahre über die Ufer. Rheinbewohner im Wohngebiet Rheindorf kennen das Bild von Sandsäcken vor dem Haus.
Typische Situation in Leverkusen
Die Bebauung in Leverkusen stammt vorwiegend aus der Industriezeit (1900–1930) und Wiederaufbau (1950–1965). Drückendes Grundwasser in Rheinnähe (Rheindorf, Hitdorf); kapillare Feuchte in Werksarbeitersiedlungen. In Rheindorf und Hitdorf: Außenabdichtung plus Perimeterdrainage für dauerhaften Schutz. In Wiesdorf und Opladen genügt oft Innenabdichtung gegen kapillare Feuchte.
Die Pflicht zur Feuchtigkeitssperre in Kellern wurde in Deutschland erst mit der DIN 4117 (1937) eingeführt. Davor wurden Häuser — besonders Gründerzeitbauten (1880–1914) — ohne normgerechte Sperren gebaut. Spätere Gebäude erhielten Teerpappensperren, die nach 40–60 Jahren zersetzen und ihre Wirkung verlieren.
In Leverkusen betrifft das besonders Stadtteile mit dichtem Altbaubestand: Altstadt, Ehrenfeld, Nippes, Mühlheim, Kalk, Südstadt, Lindenthal. Viele dieser Häuser haben heute keine funktionsfähige Horizontalsperre mehr.
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Termin anfragenBohrlöcher werden im Abstand von 10–12 cm horizontal in die Wand gebohrt. Ein flüssiges Abdichtungsmittel (Silikon-Mikroemulsion, Acrylharz) wird eingepresst, verteilt sich im Mauerwerk und hydrophobiert die Kapillaren. Kosten: 80–150 €/lfm. Dauer: 1–2 Tage.
Eine Diamantsäge schneidet einen Schlitz durch das Mauerwerk, in den eine Kunststofffolie eingelegt wird. Zuverlässiger als Injektion, aber aufwändiger. Kosten: 120–200 €/lfm.
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Hubert Jansen
Unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung · selbstständig seit 1980