Ratgeber · Juni 2026

Abdichtung Bodenplatte in Leverkusen:
Neubau und Altbau erklärt

Feuchtigkeit von unten ist oft das hartnäckigste Problem im Keller. Wie Bodenplatten im Neubau abgedichtet werden, was im Altbau nachträglich möglich ist, und was es kostet.

Von Hubert Jansen · unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung

Inhalt

  1. 1.Bodenplatte abdichten: Neubau
  2. 2.Bodenplatte abdichten: Altbau nachträglich
  3. 3.Methoden im Vergleich
  4. 4.Der kritische Wandanschluss (Kehle)
  5. 5.Kosten in Leverkusen
  6. 6.Häufige Fragen

Kosten Bodenplattenabdichtung in Leverkusen

MethodePreisFür
Bitumenabdichtung unter Platte150–250 €/m²Neubau
WU-Beton (Weiße Wanne)300–600 €/m²Neubau (drückendes Wasser)
Dichtschlämme (innen auftragen)60–100 €/m²Altbau, mäßige Feuchte
KMB/Bitumen (innen)80–150 €/m²Altbau, mittlere Feuchte
Estrich aufbrechen + neu abdichten100–300 €/m²Altbau, starke Feuchte
Drainage (Druckreduktion)150–250 €/lfmHohes Grundwasser

Bodenplatten-Abdichtung in Leverkusen: Lokale Besonderheiten

In Leverkusen sind besonders die Stadtteile Wiesdorf, Rheindorf, Hitdorf und Opladen-Rheinnähe von Feuchtigkeit an der Bodenplatte betroffen. Grundwasser durch Rhein-Nähe in Rheindorf und Hitdorf. Rhein-Hochwasser tritt in Hitdorf regelmäßig auf.

Leverkusen entstand um die Bayer-Werke — viele Arbeiterwohnungen wurden um 1910–1930 ohne heutige Abdichtungsstandards gebaut. Der Rheinarm bei Hitdorf tritt statistisch alle 3–5 Jahre über die Ufer. Rheinbewohner im Wohngebiet Rheindorf kennen das Bild von Sandsäcken vor dem Haus.

Typische Situation in Leverkusen

Die Bebauung in Leverkusen stammt vorwiegend aus der Industriezeit (1900–1930) und Wiederaufbau (1950–1965). Drückendes Grundwasser in Rheinnähe (Rheindorf, Hitdorf); kapillare Feuchte in Werksarbeitersiedlungen. In Rheindorf und Hitdorf: Außenabdichtung plus Perimeterdrainage für dauerhaften Schutz. In Wiesdorf und Opladen genügt oft Innenabdichtung gegen kapillare Feuchte.

Neubau: Wie wird die Bodenplatte abgedichtet?

Im Neubau wird die Bodenplatte nach DIN 18195 (jetzt DIN 18533) je nach Lastfall abgedichtet. Vor dem Betonieren der Platte wird die Abdichtung auf der Sauberkeitsschicht verlegt. Es gibt zwei Hauptsysteme:

Schwarze Wanne: Normale Betonplatte mit Bitumenschweißbahnen oder Bitumendickbeschichtung (KMB). Günstig, aber anfällig an Durchdringungen (Rohre, Leitungen) und Ecken. Kosten: 150–250 €/m² für die Abdichtungslage.

Weiße Wanne: Die Bodenplatte selbst ist aus WU-Beton (Wasser-undurchlässiger Beton nach DIN EN 206). Keine zusätzliche Abdichtungsschicht nötig, aber höhere Betonkosten und Rissbreitenbegrenzung kritisch. Kosten: 300–600 €/m² Gesamtkonstruktion.

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Altbau: Nachträgliche Bodenplattenabdichtung

Im Altbau ist die Situation komplizierter: An die Unterseite der Bodenplatte kommt man nicht heran (außer beim Freilegen). Der Keller muss von innen abgedichtet werden — mit dem Nachteil, dass der Wasserdruck weiterhin auf die Bodenplatte wirkt.

Schritt-für-Schritt: Innenabdichtung Kellerboden

Die Kehle — der Übergang zwischen Boden und Wand — ist der häufigste Leckagepunkt bei Bodenabdichtungen. Hier muss immer eine abgerundete Hohlkehle (Radius mind. 5 cm) aus Sanierputz oder Spachtel geformt und mitabgedichtet werden. Ecken und Kanten sind kritisch.

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Häufige Fragen zur Bodenplattenabdichtung

Wie wird eine Bodenplatte im Neubau abgedichtet?
WU-Beton (Weiße Wanne, 300–600 €/m²) — Beton selbst ist wasserdicht. Bitumenabdichtung (Schwarze Wanne, 150–250 €/m²) — Bitumenbahn unter normaler Bodenplatte.
Wie dichtet man eine Altbau-Bodenplatte nachträglich ab?
Estrich aufbrechen, alte Abdichtung entfernen, neue Abdichtung auftragen (60–300 €/m² je nach Methode), neuen Estrich einbringen. Alternative: Drainage um den Wasserdruck zu reduzieren.
Was kostet die Abdichtung einer Bodenplatte in Leverkusen?
Neubau: 150–600 €/m². Altbau nachträglich: 60–300 €/m². Für 50 m² Kellerboden: 3.000–15.000 €.
Was ist der Unterschied zwischen Bodenplatte und Bodenabdichtung?
Bodenplatte = Betonfundament. Bodenabdichtung = wasserdichte Schicht darunter oder darüber. Im Neubau liegt die Abdichtung unter der Platte. Im Altbau wird sie auf den Betonboden aufgebracht.
Muss ich die Bodenplatte abdichten wenn nur die Wände feucht sind?
Nein, wenn der Boden trocken bleibt. Aber: Bei Innenabdichtung muss der Wandanschluss (Kehle) immer mitabgedichtet werden, da hier häufig Leckagen entstehen.
Hubert Jansen

Hubert Jansen

Unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung · selbstständig seit 1980

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